Über uns

Wir sind die Gruppe Amnesty Magdeburg!

Unsere Gruppe wurde im August 2003 gegründet und besteht aus ca. 8-15 Mitgliedern. Nicht alle haben immer Zeit, daher fluktuiert die Anzahl über die Monate und Jahre. Viele sind Studenten, einige sind Schüler oder Dozenten an der Universität. Diese Zusammensetzung bringt es mit sich, dass unsere Gruppe sich über die Jahre immer wieder stark verändert hat und dies auch weiterhin tut, da Mitglieder zum Beispiel mit dem Ende ihres Studiums Magdeburg verlassen und neue Mitglieder hinzukommen. Für unsere Arbeit ist dies ein enormer Gewinn, da neue Mitglieder oft auch frische Ideen, Kreativität und eine hohe Motivation mitbringen.

Wir arbeiten zu verschiedenen Themen und Kampagnen. So beteiligten wir uns beispielsweise 2008 intensiv an der Kampagne „Gold für Menschenrechte“, in der im Rahmen der Olympischen Spiele auf die Menschenrechtsverletzungen im Austragungsland China aufmerksam gemacht wurde.
Immer versuchen wir, dass Bewusstsein für die Menschenrechte zu stärken. Dazu organisierten wir 2007 u.a. ein Benefizkonzert, 2008 und 2011 eine Ringvorlesung an der Universität. Im Jahr 2009 setzten wir unseren Schwerpunkt auf die Todesstrafe und beteiligten uns an der deutschlandweiten Rednertour „Journey of Hope“, bei der drei US-Amerikaner von ihren Erfahrungen mit der Todesstrafe aus völlig verschiedenen Blickwinkeln berichteten. 2010 waren wir Organisator und Gastgeber der Jahreshauptversammlung der deutschen Amnestymitglieder und konnten hunderte Menschen aus ganz Deutschland und mehrere internationale Gäste in Magdeburg begrüßen.
Unsere Themengruppe ‚Menschenrechtsbildung‚, die häufig vor allen an Schulen arbeitet, setzt sich dafür ein, bei Schülern und Erwachsenen ein Bewusstsein für Menschenrechte zu schaffen.

Wer ist Amnesty International?

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Am Anfang von Amnesty International steht ein Trinkspruch: Zwei portugiesische Studenten stoßen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an. Doch in den Sechzigerjahren herrscht in Portugal eine Diktatur, die keine Kritik duldet – die Erwähnung des Wortes „Freiheit“ ist verboten. Die zwei Studenten werden festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.

1.500 Kilometer entfernt fährt der 39-jährige Anwalt Peter Benenson im November 1960 mit der Londoner U-Bahn in seine Kanzlei, als er in der Zeitung eine Meldung über das Urteil gegen die beiden Portugiesen liest. Es ist nicht das erste Mal, dass er erfährt, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung verfolgt und eingesperrt werden. Doch die Meldung aus Lissabon geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Benenson will nicht mehr länger über solches Unrecht lesen, er will etwas tun. Er weiß nur noch nicht, wie. Aufgewühlt läuft er durch die Straßen Londons. In der Kirche St. Martin in the Fields kommt ihm der Gedanke:

„Wenn eine einzelne Person protestiert, bewirkt das nur wenig, aber wenn es viele Leute gleichzeitig tun würden, könnte es einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Am 28. Mai 1961 veröffentlicht er in der Zeitung „The Observer“ den Artikel „The Forgotten Prisoners“, der mit den Worten beginnt: „Schlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf, und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religiösen Überzeugungen nicht mit denen der Regierung übereinstimmen.“ Benenson fordert die Leserinnen und Leser auf, mit Appellschreiben öffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Dieser „Appeal for Amnesty“ ist der Beginn von Amnesty International.

Die Resonanz ist überwältigend. 30 große Zeitungen in verschiedenen Ländern drucken den Artikel nach. Allein in den ersten Wochen melden sich mehr als Tausend interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Im Juli 1961 wird beschlossen, die ursprünglich auf ein Jahr angelegte internationale Kampagne in eine feste Organisation zu verwandeln. Am Ende des Jahres gibt es Sektionen in West-Deutschland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweden, Norwegen, Australien und den USA. Im September 1962 wird auf dem internationalen Treffen in Brügge endgültig der Name „Amnesty International“ für die noch junge Organisation festgelegt.

Heute ist Amnesty eine weltweite Bewegung, die in über 150 Ländern vertreten ist. Über sieben Millionen Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich dafür ein, dass auch 50 Jahre nach Benensons Appell die politischen Gefangenen dieser Welt nicht vergessen werden.

22. September 2020